Posten Sie diese Seite - Kulturfahrt des Katholischen Bildungswerkes Parsch - Pfarre Parsch in der Stadt Salzburg

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am 27. Mai 2016 zum Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg.

Bei wunderschönem Wetter fanden sich 28 erwartungsvolle Teilnehmer/innen um 8.00 Uhr beim Bus vor der Kirche ein. P. Hermann, der diesmal aus Termingründen nicht mitfahren konnte, erteilte uns noch den Reisesegen, bevor wir losfuhren. Während unserer Fahrt erzählte uns Herr Dr. Gürtler Wissenswertes über das Innviertel und dem namensgebenden Fluss, den Inn.


In der Kirche von Mühlheim am Inn wurden wir vom dortigen Pfarrer ganz herzlich willkommen geheißen. Wir feierten anschließend mit P. Johannes und P. Martin, die unsere Reisegruppe begleiteten, die Hl. Messe. Schon beim Eintreten in die Kirche war so manche/r von uns von der Schönheit der Ausstattung überwältigt. In bewährter Weise erfuhren wir von Frau Dr. Swoboda, dass die Kirche um 1500 im gotischen Stil erbaut wurde und aus dieser Zeit auch der Großteil des bestehenden Kirchenbaus (besonders schön das steinerne Süd-Tor) stammt. Im 18. Jhdt. wurde die Innenausstattung barockisiert. Auffallend die wunderbaren Stuckarbeiten von Johann Michael Vierthaler. Blüten, Blätter, Blumenkörbchen, Bänder, Gitter, Schilder ranken sich über die Decke bis zu den Wänden herunter und umrahmen die hervorragenden Malereien von Johann Georg Reischl, die das Marienleben zum Inhalt haben. Erwähnenswert auch die 12 Apostelbilder an den Wänden, die Grisailit Bildchen an den Wänden und auf der Brüstung der Orgelempore, der Hochaltar von 1893, die barocke Kanzel,...

 

Im schattigen Gastgarten von FRANZL´S Stiftsrestaurant schmeckte uns dann das Mittagessen ganz vorzüglich, bevor wir uns dem Höhepunkt unserer Kulturfahrt, der Führung im Stift Reichersberg näherten. Chorherr Michael empfing uns beim Eingang zur Stiftskirche. Nach einer kurzen Einführung über Gründung der Klosteranlage und Wirken der Augustiner-Chorherren, besichtigten wir die barocke Kirche, deren vergoldete Kanzel (1718) gleich ins Auge sticht. Sie ist mit den Symbolen der vier Evangelisten (Engel, Löwe, Stier, Adler) sowie den Reliefs der vier abendländischen Kirchenlehrer Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor geschmückt. Das Deckenfresko zeigt die Übergabe der Ordensregel durch Bischof Augustino von Hippo (354 - 430). Die Augustiner-Chorherren tragen noch die alte weiße Ordenstracht, wie sie hier bis 1780 üblich war.


Zu den schönsten Räumen des Stifts gehört die Sakristei, die wir dank Frau Dr. Swoboda auch besichtigen konnten. Faszinierend ist die Stuckierung der Decke in zarten beschwingten Formen des Rokoko von Franz Ignaz Holzinger. Von hervorragender Qualität sind auch die reich eingelegten Schränke eines unbekannten Meisters. Der Kreuzgang mit Kreuzgratgewölbe birgt Grabplatten von Pröpsten, Chorherren und adeligen Geschlechtern.


Das Sommerrefektorium errichtete Carlo Antonio Carlone in den Jahren 1691-1695. Es wurde von seinem Bruder Giovanni Battista mit schwerem Stuck vom Übergang des Knorpelstils zum Akanthus geschmückt. Die Medaillons und das Mittelfeld der Decke blieben ohne Fresken. Es wird vermutet, dass der Stuck eine Probearbeit für den Dom von Passau war.


Die alte Bibliothek wurde beim Stiftsbrand 1624 vollkommen zerstört, alle Handschriften fielen dem Feuer zum Opfer. Der derzeitige Bestand umfasst 25.000 Bände in 26 Schränken und ca. 2.000 alte Urkunden. Ein Fresko stellt die Gründung des Stiftes durch Wernher und Dietburga von Reichersberg sowie die Ankunft der ersten Chorherren dar. Medaillons an den Wänden zeigen antike Gestalten.


Nach einem kurzen Besuch im verführerischen Klosterladen setzten wir unsere Fahrt nach Altheim am Inn fort, wo wir in der dortigen Kirche, eine der schönsten von J.M Vierthaler und J.G. Reischl, mit P. Johannes und dem Pfarrer von Altheim eine Maiandacht feierten.

 

Unser letztes Ziel war Obernberg am Inn. Am Marktplatz begeisterten uns die bunten Häuser, von denen einige mit herrlichen Rokoko-Stuckfassaden vom bayrischen Künstler Johann Baptist Modler versehen sind.


Im Garten des dortigen Cafes ließen wir uns noch Kaffee und Kuchen gut schmecken, bevor uns unser freundlicher Fahrer Willi wieder sicher nach Salzburg-Parsch brachte.

 

Margareta Rumpf

 

Kulturfahrt2016