Posten Sie diese Seite - Die Pfarre und ihr Entstehen - Pfarre Parsch in der Stadt Salzburg

Geißmayerstraße 6
5020 Salzburg - Parsch
Tel: 0662 | 641640
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www.pfarreparsch.at

 

Die Geburtswehen der Pfarre Parsch

1912:
Nach dem Bau des Borromäums macht Parsch die ersten Gehversuche als Pfarre. Prof. Ausserer hält für die Parscher jeden Sonntag im Borromäum einen Gottesdienst mit Ansprache.

1936 :
Parsch wird zur Kaplanei, deren Leitung Kooperator Pramendorfer von Aigen übernimmt. Es gibt bereits einen katholischen Kindergarten und verschiedene katholische Vereine spielen Theater.

1938:
Pater Rudolf Ludwig aus der Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut übernimmt die Seelsorge in Parsch.

Das Parscher Pfarrblattteam
Redaktion Pfarrblatt
[v.o.l.] Günther Fischer, Helmut Laimer,
Stephan Weiss, P.Hermann Imminger
Margareta Rumpf, Hannelore Blaschek

Der politische Umsturz
Es sollte für Pater Ludwig nicht einfach werden, denn es ist eine Zeit der politischen Wirren. Das Borromäum wird von den Nationalsozialisten konfisziert und vom Reichsnährstand „Alpenland“ in Beschlag genommen, die Kapelle soll abgebrochen und die Orgel abtransportiert werden. Doch da formiert sich in Parsch mutiger Widerstand. Pater Ludwig und Pfarrhelferin Hermine Hermeter initiieren eine Unterschriftenaktion unter den Parschern und verhindern damit die geplante Demontage des noch jungen kirchlichen Lebens in Parsch. Gauleiter Rainer, überrascht von der Anzahl der Unterschriften, gestattet bis auf weiteres die Benützung der Kirche. Doch die Schließung hängt wie ein Damoklesschwert über der Pfarre. Eines Tages stehen Handwerker mit Baumaterial vor dem Kirchenportal und der oberste Chef des Hauses fordert von P. Ludwig Kirche und Sakristei zu räumen. Am Nachmittag dieses Tages gibt es eine dramatische Wendung der Ereignisse. Mitten unter der Bauverhandlung wird der Leiter vom Tod ereilt und die ganze Versammlung löst sich tumultartig auf. Die Forderung nach Schließung der Kirche verstummt, ja es entwickelt sich sogar ein loyales Verhältnis zwischen den Beamten des Reichsnährstandes und den Kirchenbesuchern. Doch Hermine Hermeter bezahlt ihre Courage mit einer Strafversetzung nach Deutschland.

Pater Ludwig muss ins Gefängnis
1942:

Pater Ludwig erhält Schulverbot und wandert 14 Tage ins Gefängnis. Von dort organisiert er die nötigen Aushilfen und den Unterricht. In diesem Jahr entsteht auch die Katholische Jugendbewegung, an der ein junger Mann namens Franz Schmidhuber wesentlichen Anteil hat. Er sollte das Leben der künftigen Parscher Pfarre entscheidend mitprägen. Die Theatergruppe unter der Leitung von Pfarrschwester Hildegard Neuhüttler hat es in dieser Zeit wahrlich nicht leicht, denn die Geheime Staatspolizei interessiert sich für ihre Aufführungen. Als katholische Jugendgruppe durfte sie keine öffentlichen Spiele aufführen, so baute man sie in den Gottesdienst ein. Gefährlich wurde es, als die Gruppe in größeren Privatwohnungen auftrat. Um den Sanktionen der Gestapo zu entgehen, deklarierte man die Spiele als Geburtstagsfeiern; verdächtig war allerdings die große Zahl der "Gratulanten". Mit Ende des Krieges durfte öffentlich gespielt werden, und damit beginnt die beachtliche Erfolgsgeschichte der "Parscher Laienspieler", wie sich die Gruppe ab nun nennt.

Neubeginn nach dem Krieg
1945:
Am 5. Mai ziehen die Amerikaner in das Borromäum ein und verbieten dort jede gottesdienstliche Tätigkeit. Die Messen werden in dieser Zeit in der Hauskapelle der Dominikanerinnen (Gaisbergstraße 27) gehalten. Aber schon im Juni desselben Jahres können im Borromäum wieder Gottesdienste durchgeführt werden und nun zieht auch Pater Ludwig ins Wirtschaftsgebäude des Borromäums.

1948:
Parsch wird eine selbständige Pfarrvikarie und Pater Wilhelm Eisenbarth ihr erster Pfarrer.

Ein pfarrlicher Animateur namens Franz Schmidhuber
Durch das Heranwachsen der Pfarre gab es auch eine Jugendbetreuung in Parsch. In Ministranten- und Jungschargruppen wurde nicht nur Seelsorge geboten, die Gruppen waren auch so etwas wie ein Jugendklub. Unter den Bäumen hinter dem Borromäum traf sich ein Großteil der Parscher Jugend zu den Heimabenden bei Franz Schmidhuber. Der "Franzi", wie der pfarrliche Animateur genannt wurde, war entschlossen sein Leben der Jugend zu widmen, was er tatsächlich bis ins hohe Alter tat. In Sachen Jugendbetreuung war Franz Schmidhuber ein Universalgenie: Geschichten-Erzähler, Geländespiel-Manager, Zeltlagerveranstalter, Logistik-Chef für pfarrliche Veranstaltungen, Bibliothekar, Theaterautor und Regisseur, mit einem Wort, ohne ihn lief kaum etwas. Auf dem internatseigenen Sportplatz des Borromäums wurden heiße Fußballschlachten ausgetragen, Ministranten gegen Internatszöglinge, der damalige Pfarrer Eisenbarth war ein gefürchteter Freistoßschütze und noch heute schwärmen ergraute Semester von den romantischen Zeltlagern mit "Franzi" im Salzkammergut.

Helmut Laimer